Zwei Freunde und eine Leidenschaft. Kellermeister Georg Weger und mein Bruder Stefan Pföstl

Angefangen hat es vor ca. 16 Jahren. Mein Bruder und  sein Sandkastenfreund Georg Weger teilen schon seit dieser Zeit den Traum vom eigenen Wein.

Georg Weger

Georg ist Landwirt, Weinbauer und Önologe. Aus tiefster Überzeugung und seit jungen Jahren. Der heute 37jährige Weinmacher entstammt einer Landwirtschaftsfamilie aus Schenna. Aber der dort professionell betriebene Apfelanbau – eines der Hauptwirtschaftszweige Südtirols neben dem Weinbau übrigens – war schon für den Halbwüchsigen ohne großen Reiz. „Zum Essen sind sie ja prima, aber …“ als sich die Gelegenheit dazu bot, wechselte Georg zum Weinbau, praktizierte in verschiedenen Betrieben in der Toskana und ließ sich im baden-württembergischen Weinsberg zum Weinbautechniker ausbilden.

Nicht erst als frisch gebackener Önologe hatte Georg einen Pakt mit der Natur geschlossen, in dessen Mittelpunkt die Bedürfnisse der Pflanzen, der Reben und der Böden stehen sollten. Dem Ursprung nahe zu sein, das ist das Motto des jungen Winzers. Georgs Weinberge sind alle begrünt. Zwischen den Zeilen wächst Roggen. Statt mit Schwefel und Kupfer wird mit Backpulver und Tonerde gespritzt.

Der Natur-Weinbauer orientiert sich sehr wesentlich an dem Biokreislauf der Landwirtschaft: Mensch, Vieh, Wiesen, Obst und Getreide. So wundert es nicht, dass Georgs Arbeitsgerät für die Bodenbearbeitung seiner Terrassenweinberge in Schenna vier Beine hat und aus dem nahen Hafling stammt. Regelmäßig holt sich Georg in dem Bergort oberhalb von Meran sein Arbeitspferd.

Nach selektiver Handlese finden die Moste Einzug in den Keller, wo sie vornehmlich im Holz reifen. Der Fasskeller setzt sich aus Gebinden verschiedener Eichenhölzer zusammen, die allesamt aus der Fabrikation des heimischen, in Bozen ansässigen Fassbauers Mittelberger stammen. Dorthin zieht es den Weinmacher immer, wenn er eine neue Weinidee mit einer besonderen Holznote unterstreichen möchte.

Mittlerweile ist der Naturbursch´ Georg Weger eine Keller- und Gutsgemeinschaft mit dem Hotelier und Winzer Stefan Pföstl eingegangen. Beide sind sogenannte „Sandkastenfreunde“ und teilen sich seit 2016 die lang gehegte Leidenschaft, traditionelle und besondere Weine gemeinsam an einem Ort an- und auszubauen.

 

Stefan Pföstl

Stefan ist in der Gastronomie großgeworden. Seine Eltern besaßen ein ländliches Hotel am Ortsrand von Schenna, einem Ferienort oberhalb von Meran. Folgerichtig absolvierte der jugendliche Stefan zunächst die Hotelfachschule. Da sich der frisch ausgebildete Gastronom aber auch schon immer für die Landwirtschaft interessierte besuchte er hernach die Junglandwirtschule, wo er nach nur einem Jahr die Obst- und Jungbauernprüfung ablegte.

Seit seinem 15ten Lebensjahr sammelt Stefan bereits Weine. Im heimischen Restaurant fungiert der heute 36jährige schon lange als Sommelier und beschäftigt sich auch privat mit viel Hingabe mit der heimischen Weinanbaugeschichte. Ungefähr solange muß wohl auch sein Traum vom eigenen Weingut gedauert haben.

Heute sitzen wir bei angenehm kühlen 18 Grad in einem tiefen Felsenkeller, umgeben von Weinschätzen aus aller Welt und Fässern, gefüllt mit den Gewächsen aus eigenem Anbau. Und draußen herrscht Gewitterschwüle bei hochsommerlichen Temperaturen. Die Grünzeilen in den Weinbergen sind schon strohgelb und die ersten Reben zeigen Anzeichen von Trockenstress. Wir schreiben das Ende des Wonnemonats Mai. Heute werden auch die für Südtirol üblichen Reben-Bewässerungsanlagen in Gang gesetzt.

Ganz entspannt sitzen uns die Weinmacher des sehr jungen Weinguts Pföstl gegenüber. Stefan Pföstl, Hotelier, Landwirt, Winzer und aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Schenna und Georg Weger, Landwirt, Önologe und Bergwanderer berichten uns mit Herz und Stolz, wie ihr gemeinsamer langer Traum vom eigenen Weingut im Jahr 2016 endlich in Erfüllung gegangen ist.

Eine Riesenmenge von rund 15.000 Kubikmeter Fels wurden dafür hinter dem Familienhotel Pföstl aus dem Hang gesprengt, zu Baustoff aufbereitet und im Laufe der Zeit wieder verbaut. So entstand nach nur 7 Monaten Bauzeit ein Tiefkeller auf zwei Ebenen und darüber ein modernes Wellnesshotel mit rund 120 Betten, welches dann mit den angrenzenden Hotels der Familie verbunden worden ist.

Bei aller Größe und Vielfalt sind Hotel und Weingut ein echter Familienbetrieb. Nicht nur die Managementaufgaben sind bei Pföstl unter den Eltern und vier Geschwistern ordentlich aufgeteilt. Juniorchef Stefan ist zuständig für Restaurant und Service. Und natürlich hat er sich dem Wein verschrieben. Was anfangs nur den Hotelgästen und Kunden des Feinkostladens von Stefans „kleiner“ Schwester Lisi vorbehalten war, hat heute eine wachsende Fangemeinde von nah und fern. In dem überschaubaren Wein-Portfolio mit typischen Südtiroler Gewächsen finden sich mittlerweile Sauvignon,Gewürztraminer, Chardonnay, Petit Manseng, Vernatsch, Blauburgunder und Cabernet.

Angefangen hatte alles mit einer Parzelle von Riesling. Der war als Tischwein für die Hotelgäste angebaut. Heute wächst auf der ehemalige Rieslinglage Blauer Burgunder. Am Mitterplattweg, vor dem Ortseingang von Schenna in Südtirol und unterhalb von Schloss Goyen, erstrecken sich jetzt die Pföstl Weinberge auf rund fünfeinhalb Hektar.

Die Herausforderungen des seit 2016 gemeinsamen Weinguts teilen sich die Jugendfreunde, die nur einen Steinwurf weit voneinander entfernt aufgewachsen sind. Mit Hingabe im eigenen Weinberg angebaut und geerntet, reifen ihre Weine nun in den neuen Kellern heran. Neue Kreationen entwickeln sie mit Leidenschaft. Natürliche und geschmacklich vortreffliche Weine sind das Resultat.

 

 Text: Karl-Heinz Behrens www.wein-kiste.de

Tags: Wein 2018

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